Was soll ich machen wenn es keine Toilette weit und breit gibt?

Was mache ich ohne Toilette in der Wildniss

Gastbeitrag von Mycabin.eu geschrieben von Leonie

Outdoor-Kot of Conduct

#kompotoi

 

“Mami, Papi ich muss maaaal!” - wer hat diesen Satz noch nicht als Kind in den Mund genommen. Ob auf einer langen Autofahrt, beim Wandern oder beim Zelten … jeder muss irgendwann mal!

Aber wie gehe ich eigentlich draussen richtig aufs Klo?

 

Das Beste für alle Beteiligten (einschliesslich der Natur) ist natürlich, dafür eine richtige Toilette aufzusuchen, entweder noch (oder wieder) zu Hause, an einer Tankstelle, nach einem Kaffee auf der Berghütte oder auf einem öffentlichen Klo. Doch was, wenn es wirklich mal brenzlig wird und unterwegs nichts vor Ort aufzufinden ist? Dann muss wohl doch das stille Örtchen hinter dem nächsten Busch herhalten!

 

Doch da gibt es tatsächlich einiges zu beachten.

Das wichtigste zuerst: Hinterlasse keine Spuren! #leavenotrace

 

Ein kleines Geschäft im Wald ist prinzipiell nicht allzu schlimm, da es keine drastischen Umweltverschmutzungen mit sich bringt. Die schlimmste Belastung ist der Geruch des Urins. Deswegen: Nicht direkt an den Wegrand pinkeln, sondern ein Fleckchen weiter weg vom Geschehen suchen und dorthin, wo der nächste Regen sich untermischen kann.

Auch nicht in Bäche oder sonstige Gewässer oder direkt auf Wildpflanzen und Wurzeln zielen. Und ganz wichtig: Auf Klopapier verzichten. Für Frauen reicht ein bisschen Hüfte schütteln schon aus.

 

Und was ist, wenn man dann doch gross muss? Ein grösseres Geschäft ist dann wiederum auch eine grössere Sache. Denn feste Ausscheidungen von Menschen beinhalten viele Keime, Bakterien und Viren. Am wichtigsten ist es, ein genug tiefes Loch zu graben und das Geschäft unter der Erde zu entsorgen. Denn in 20-30cm Erdtiefe befinden sich Enzyme, die bei der Zersetzung der Exkremente am wirkungsvollsten helfen. Ebenfalls werden dadurch anderen Lebewesen, wie zum Beispiel Fliegen oder auch Hunde, weniger darauf aufmerksam und der nächste Wanderer dappt nicht rein. Damit man das Geschäft im Notfall vergraben kann, ist es ratsam, immer eine kleine Schaufel dabei zu haben.

Ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Es genügt nicht, einfach nur einen Stein oben draufzulegen. Zum einen wird so die Zersetzung nicht gefördert und zum anderen könnte der nächste Wanderer eine böse Überraschung erleben.

 

Eine wichtige Rolle spielt beim grossem Geschäft auch der richtige Ort: Es ist ratsam, sich mindestens 70 Meter von Wegen, Gewässern und Zeltplätzen zu entfernen. Auch die Beschaffenheit des Bodens spielt eine Rolle. Am besten sucht ihr möglichst lockeren, humushaltigen Boden, da sich so der Haufen schneller zersetzen kann.

 

Generell gilt Klopapier, Taschentücher, Hygieneartikel etc. gehören nicht in die Umwelt, sondern in einen mitgebrachten Beutel (sehr gut geeignet sind Ziplock-Tüten), den es später artgerecht zu entsorgen gilt.

Unser Tipp an euch, was ihr in Zukunft immer dabei haben solltet, um im Notfall möglichst umweltschonend euer Geschäft verrichten zu können:

- einen Klappspaten (im Notfall tun es auch zwei Äste)

- kleine Mülltüte

- desinfizierende Tücher oder Desinfektionsmittel

 

Dieser Blog wurde zusammen mit unserem Partner Mycabine erstellt.